Jägerwirther Dorffest

Das Jägerwirther Dorffest ist ein traditionelles Volks- und Vereinsfest in Jägerwirth (Gemeinde Fürstenzell, Landkreis Passau), das jedes Jahr von der DJK Jägerwirth organisiert wird. Es zählt zu den bekanntesten Dorffesten der Region und findet üblicherweise rund um Christi Himmelfahrt statt.

Typische Programmpunkte sind:

  • die legendäre Rockdisco zum Auftakt
  • Festzeltbetrieb mit Blasmusik und Partybands
  • ein Abend für Betriebe und Vereine
  • Fußballspiele
  • das traditionelle Harmonikatreffen mit Volksmusik
  • Kinderprogramm sowie Speisen und Getränke

Das Dorffest hat eine lange Geschichte:


Die erste Ausgabe fand 1977 statt.
Seit 1993 gehört die Rockdisco fest zum Programm und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Bestandteile des Festes.
Kurz gesagt: Das Jägerwirther Dorffest ist ein mehrtägiges Fest für die Dorfgemeinschaft und Besucher aus der ganzen Region, das Tradition, Musik, Sport und Geselligkeit verbindet.

 

Gründungsväter Dorffest Jägerwirth

ps Gründungsväter Dorffest Jägerwirth

Die „Gründungsväter“ und Männer der ersten Stunde
des Jägerwirther Dorffestes erinnerten sich gerne an
die Entstehung und den damit verbundenen lustigen
Geschichten.

v.l. Werner Frey, Konrad Sedlmeyer, Dr. Josef Heigl,
Alfred Rotbauer, Josef Meier

Die Geburtsstunde aus der Not: Das erste „Heustadl-Fest“

Die Geschichte unseres Dorffestes beginnt nicht mit einem großen Plan, sondern mit dem Wunsch nach besseren Trainingsbedingungen. In den 70er Jahren beklagte der damalige Seniorentrainer Willi Grabner immer wieder den Mangel an Bällen und Leibchen. Als die Beschwerden beim damaligen Jugendleiter Josef Heigl überhandnahmen, fiel der legendäre Satz: „Dann mach ma halt a Fest!“

Ohne Erfahrung, aber mit viel Tatendrang, wurde im September 1974 der Grundstein gelegt. Schauplatz war ein alter, baufälliger Holzstadl auf dem Grundstück von „Sepp“ Heigl in der Hofmark. Die Landjugend (damals unter dem Namen „Aktion 71“) und freiwillige Helfer wie Walter Danninger und Sepp Suleitner bereiteten das Gebäude so gut wie möglich vor. Dass es damals mit Genehmigungen und Vorschriften noch nicht so genau genommen wurde, beweist das Zitat eines Landratsamt-Mitarbeiters, der angesichts der improvisierten Zustände nur sagte: „Heigl, schwöre, dass ich nicht da gewesen bin!“ Trotz kühlen Regens und nur 1,8 Hektolitern Ausschank war das erste Fest ein Erfolg: Von dem Erlös konnten endlich die ersehnten Trainingsmittel angeschafft werden.

Der Umzug und die Geburtsstunde des „Dorffests“ (1977)

Nach drei Jahren im Heustadl folgte 1977 der entscheidende Wendepunkt. Auf Anregung des Vereinswirtes Egon Pamer sollte das Fest direkt nach Jägerwirth ziehen und fortan „Dorffest“ heißen. Der damalige Vorstand Josef Sonnleitner hatte zunächst große finanzielle Bedenken. Doch das Risiko wurde geteilt: Egon Pamer, Josef Meier und Josef Heigl versprachen, ein eventuelles Defizit jeweils zu einem Drittel aus eigener Tasche zu decken.

Dieser Mut wurde belohnt. Man folgte dem Rat des erfahrenen Wirtes: „Wenn, dann g’scheit!“ – und investierte in erstklassige Musikkapellen. Den Anfang machten die „Lindberger Oberkrainer“ für die damals stolze Summe von 400 DM. Es war der Beginn einer Tradition von Spitzenkapellen wie den „Taubenbacher Buam“, den „Achter Buam“ oder der „Bayerischen Sieben“, die über Jahrzehnte für ein volles Zelt sorgten.

Die „Pionierzeit“ an der Parkschlucht

In den Anfangsjahren stand das Festzelt noch gegenüber dem Gasthaus auf der sogenannten „Parkschlucht“. Die Logistik war aus heutiger Sicht abenteuerlich: Das Bier wurde in 50er und 100er Liter Fässern angeliefert, von Hand zum Ausschank gerollt und mühsam mit Trockeneis gekühlt. Da das Bier damals schnell verbraucht werden musste, waren die „Vatertage“ entscheidend für den Erfolg – allein an diesen Tagen flossen oft über 21 Hektoliter.

Bis 1983 organisierten die DJK Jägerwirth und die Landjugend das Fest gemeinsam. Die Landjugend betrieb in Eigenregie Schießbuden, Losbude und eine Bar am Eingang, bevor der Sportverein ab 1983 die alleinige Verantwortung übernahm.

Wachstum, Wandel und neue Impulse

Das Fest entwickelte sich stetig weiter. 1986 hielt mit dem ersten Kühlcontainer die moderne Technik Einzug. Auch zeitlich dehnte sich das Geschehen aus: Seit 1993 markiert die Rockdisco am Mittwoch den Auftakt der Feierlichkeiten, womit das Fest auf stolze fünf Tage anwuchs.

Nicht jede Idee war jedoch von Erfolg gekrönt. In der Chronik finden sich auch die „großen Flops“ der Sonntage: Weder politische Frühschoppen noch Boxkämpfe (Pfarrkirchen gegen Ruderting) oder Bauernverbandstage konnten das Publikum dauerhaft locken. Erst 1986 fand man mit dem Beginn des Harmonikatreffens eine Tradition, die den Festsonntag bis heute prägt.

Heute blickt die DJK Jägerwirth stolz auf über vier Jahrzehnte Dorffest zurück – ein Fest, das sich immer wieder neu erfunden hat, aber eines nie verloren hat: den Zusammenhalt und das Engagement seiner Mitglieder.
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